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Professionelles Chaos einer Druckerei

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  • Tamara-Jasmin
    Administratorin
    • 16.09.2019
    • 10

    Professionelles Chaos einer Druckerei

    Wir leben heute in einer Generation, in der jeder nur noch das grosse Geld verdienen möchte - selbstverständlich mit dem geringsten Arbeitsaufwand wie nur möglich.
    Selbst aus Onlineshops kenne ich das bereits. Fragen zu einem Produkt werden entweder gar nicht beantwortet, oder es kommen einzeiler wie "Googlen Sie doch mal",
    oder "Fragen Sie (wenigstens kennen sie noch das Wort "Bitte") bitte beim Hersteller an.
    Früher hat man Bestellungen telefonisch aufgegeben und wurde vom Servicefacharbeiter noch darauf aufmerksam gemacht, das man z.B. zu einem Mainboard mit DDR2 Sockel
    einen DDR1 Speicher in der Bestellung hat - ob denn das so richtig sei (könnte ja auch für ein anderes Projekt sein).
    Heute gibt es kaum noch Servicemitarbeiter - und die wenigen kennen sich kaum aus und verweisen nur auf den vorhandenen Onlineshop, bei dem alles einfach ausgewählt werden muss.
    Ein Fehler ist ein Fehler - und die Kulanz eines Grosshändlers muss schon sehr gross sein damit aus Versehen falsch bestellte Ware wieder zurück genommen wird.
    Aufgrund des Fernabsatzgesetzes ist dies bei Endkunden ja kein Problem.

    Aber genug abgeschweift. Genauso Dumpf geht dieser tolle Service auch auf Dienstleistungsfirmen über.
    Meine erste Email mit der Anfrage nach 2000 A4 doppelseitig bedruckten Seiten wurde von einer Druckerei zwischen "Neumarkt in der Oberpfalz" und dem grossen Brombachsee sehr schnell beantwortet.
    Auch die Frage ob ein Seriennummerndruck möglich ist und das ich die gleich bereits gefaltet bekomme wurde sofort in dieser ersten Mail von der netten Dame beantwortet.
    Das war Anfang JULY 2019.
    Es wurden im selben Monat noch ein paar Sachen besprochen wie Papierstärke, nochmal die Seriennummernbestätigung usw.
    Dann kam nix mehr.
    Eine Woche später nochmal angefragt. Antwort vom Chef der Firma. Da gings dann los. Völlig emotionslose einzeilige EMails.
    Auf Details der Emails wurde nie eingegangen. Immer wieder sind Emails angeblich nicht angekommen, musste nach einer Woche wieder anfragen was los ist.
    Probeabzug mit Einzeiler. Teilweise Zeilen verschoben, Schriftarten nicht korrekt.
    Also Schriften eingebunden, neu geschickt, hat aber wohl nix geholfen. Wir haben also 4x die Dateien geändert. Die Reihenfolge in Buchdruckform hat der nicht mal verstanden
    und hat ebenfalls einige Mails gebraucht bis der die verstanden hat. Allerdings erst nachdem ich ihm halbwegs eine Zeichnung erstellt habe. Ist doch klar das der Titel nicht
    auf der Rückseite einer Werbung ist. Mehrmals fragte ich mich ob dieser ... jenige ... überhaupt den Hauptschulabschluss geschafft hat.
    Immer wieder wurde auch nach der Seriennummer gefragt - aber nicht drauf eingegangen. Einfache Einzeiler und neuer Probeabzug.
    Irgendwann hab ich dann in Fettschrift nach Freigabe der Datei nochmals nach der Seriennummer gefragt. Mittlerweile hatte ich schon 120 € Angezahlt.
    Da kam dann wortlos ein Angebot zurück, das sich fast verdoppelte vom Preis.
    Ich fragte natürlich höflich nach, was da nun los ist ... 480 € für 2000 A3 Seiten?
    Ja, das mit den Seriennummern wurde wohl übersehen, und das ist äusserst komplex das in so einen Druck einzubringen.
    Da wollte ich dann nicht mehr mitspielen - und der Ton änderte sich nochmals in den Emails.
    Er schrieb erst:
    Wenn das für mich zu teuer sei, dann könne er auch ohne Seriennummern drucken
    Die sind aber wichtig für mich, da die Austräger Provision bekommen sollen. Die Nummer ist auf einem Coupon zum Ausschneiden gedruckt. Auch war das Bestandteil vom ersten Kontakt an!
    kurz drauf sah ich im erneuten Probedruck, dass eine Tabelle mit Text, sich unter eine andere verschoben hat. Dies lag leider an mir, und so musste ich ihm meine neue Datei senden, die ich nur einen Tag
    vorher neu erstellt hatte, um meine Werbung selber zu Drucken. In einer neuen Email schrieb ich, das ich nicht bereit bin 200 € mehr zu zahlen für die Seriennummern, aber auch nicht 2000 Seriennummern
    mit einem Kugelschreiber manuell dort einfügen möchte. So habe ich die Anzahlung erwähnt von 120 € und er soll nur 1000 drucken - OHNE Seriennummer, damit das Geld verbraucht wird.
    Neues Angebot - 180 € (für 70 € mehr wären es 2000 gewesen, bei dem Abzug hat er wohl noch eine "Verärgerungspauschale" mit einfliessen lassen).
    Nun scheint er wohl richtig verärgert zu sein, was man an seinen Fettgeschrieben Zeilen gut erkennen kann:

    "Sagen Sie uns bitte Bescheid ob wir so drucken sollen !"
    (da war der Fehler aber noch drin mit der verschobenen Tabelle. Das hatten wir auch in einer vorherigen Email besprochen)

    Also neue Datei geschickt - wie oben schon beschrieben - und folgende Antwort:

    "Nachdem Sie uns nun wieder eine neue Vorlage geschickt haben,
    anbei nochmals ein Probeabzug,
    den Sie bitte unbedingt final freigeben müssen."


    Das ganze zieht sich also jetzt seit Anfang July hin. Übermorgen haben wir NOVEMBER !!!!
    Unfassbar.

    Dies hier war meine letzte Mail von heute - und ich hoffe das nun endlich alles klappt.
    Ich kann mir aber gut vorstellen das noch irgendwas nach kommt. Z.B. "vergessen" dass die Seiten gefaltet bei mir ankommen sollen.
    Mal sehen.

    Hätte ich das mal gleich alles selber gedruckt. Die Geräte habe ich dazu - ich war nur zu faul und wollte die Elektronik schonen!

    Grüss Gott,

    Ihre verärgerung klingt nun sehr stark durch, aber glauben Sie mir - ich bin das auch.
    Besonders weil von Anfang an Emails teils nicht - oder nur oberflächlich - gelesen wurden. Auch ich bin professonellere Vorgehensweisen gewohnt.
    Allerdings passieren auf beiden Seiten Fehler, und der mir nicht erklärbare Fehler mit der verschobenen Tabellenzeile mit dem
    damit abgeschnittenen Text - der eindeutig wohl von meiner Seite kam, sollte sicher vor einem Druck behoben sein, weshalb Sie eine neue Datei
    erhalten haben. Da nützt auch Ihre Ungeduld leider nichts.
    Aufgrund der oben erwähnten Sache kam ich nicht drum herum mein gesamtes Dokument für einen Eigendruck anzupassen.
    Die Funktionalität mit der Seriennummer kostete mich kaum 5 Minuten (was jetzt nicht heissen soll, das ich
    die komplexität Ihrer Maschinen(?) oder Drucker, sowie die Verwendete Software in irgendeiner Weise einschätzen kann).
    Hätte ich in der ersten Email/Angebot aber erfahren dass das Einfügen der Seriennummer fast 200 € extra kostet und sich damit der Preis fast
    verdoppelt (ich hatte ja nur erst mal GROB nach dem Preis gefragt), wäre ich darauf gar nicht erst eingegangen.
    Und hätte ich die 120 € Anzahlung nicht schon im voraus bezahlt, hätte ich das ebenfalls gleich auf Eigendruck umgestellt.
    Ist für mich auch keine Freude nun 1000 Blatt manuell Handschriftlich zu bearbeiten um eine Seriennummer einzufügen.
    Nun aber haben wir beide das übel - und ich denke wir sind auch zu beiden Teilen gleich dran Schuld.
    Ich kann nur versprechen - wenn wir das hinter uns haben, werden Sie nichts mehr von mir hören.
    Bringen wir es einfach hinter uns - und gut ist.

    Die aktuelle Datei gebe ich frei. Ausdruck erfolgreich erfolgt.

    Liebe Grüße:
    Tammy
    So macht das Arbeiten einfach keinen Spass mehr.
    Der Ton ist rauh geworden, die Geldgier fast schon ins unermessliche angestiegen, auf Kundenwünsche oder Kundenkontakte haben die wenigsten noch Lust und verlagern alles auf Automatisation.
    Da bekommt man wenigstens nicht mit wenn der Kunde unzufrieden oder gar verärgert ist.

    Ich gebe mir die grösste Mühe das im Computer-Stadl anders - und besser zu machen. Viele meiner Kunden können dies bestätigen.
    Und wenn einmal Fehler passieren - dann muss man dazu stehen!

    Liebe Grüsse:
    Tammy
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